Unterricht

Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule besuchen, sind entweder von Überforderungen in Grundschulen bedroht, so dass eine rechtzeitige Einschulung in die Burgschule das Erleben von Misserfolgen verhindert; oder sie haben bereits eine Vielzahl unterrichtlicher Versagenssituationen erlebt und trauen sich nichts mehr zu.

Da sie von ihren Mitschülern oftmals wegen ihrer Misserfolge auch sozial nicht mehr anerkannt werden, resignieren sie schließlich und sehen keinen Sinn mehr darin, sich in der Schule anzustrengen.

 

Damit unsere Schülerinnen und Schüler wieder Zutrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeiten bekommen, ermöglichen wir ihnen unterrichtliche Teilnahme. Teilnahme ist dabei viel mehr als nur ein passives Dabeisein in der Klasse. Die Schülerinnen und Schüler erleben vielmehr Zugehörigkeit und Geborgenheit. Ihnen werden Aufgaben übertragen, die von ihnen lösbar sind, so dass sie sich als Personen erfahren, die etwas leisten können. Schließlich können sie sich im unterrichtlichen Miteinander als anerkanntes Mitglied einer Klasse erleben und ein Wir-Bewusstsein ausbilden.

 

Wir erreichen in der Burgschule diese unterrichtliche Teilnahme, indem der Unterricht nach bewährten förderpädagogischen Grundsätzen gestaltet wird. Die folgenden allgemeinen Unterrichtsprinzipien werden in der Burgschule Schloßböckelheim eingesetzt.

 

  • Das Helfen

Der Unterricht wird ausgerichtet am Leitsatz Hilf mir, es selbst zu tun! Das gegenseitige Helfen der Schülerinnen und Schüler etwa als Lernpaten nimmt hierbei einen großen Raum ein. 

 

  • Die Leistung

Wir legen im Unterricht großen Wert auf Leistung, um den Schülerinnen und Schüler weiterführende Schulabschlüsse zu ermöglichen und berufliche Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Gleichwohl wird der Leistungsanspruch in der Burgschule immer durch den Grundsatz des Helfens korrigiert. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht somit der für die Schülerinnen und Schüler hilfreiche Leistungsaufbau.

 

  • Die Individualität

Wir verstehen Unterricht als individualisierenden Unterricht. Dieses unterrichtliche Eingehen auf den einzelnen Schüler macht es erst möglich, den Talenten, Verhaltensweisen und der psychischen Situation der Schülerinnen und Schüler gerecht werden zu können. Auf der Grundlage sorgfältiger Lernstandserhebungen werden unterrichtliche und erzieherische Zielsetzungen auf den einzelnen Schüler hin ausgerichtet. 

 

Diese drei allgemeinen Grundsätze durchziehen jeden Unterricht. Sie werden durch eine Anzahl weiterer inhaltlicher und methodischen Grundsätze ergänzt, die für die konkrete Gestaltung eines lernwirksamen Unterrichts unentbehrlich sind. In der Burgschule werden eingesetzt:

 

  • Das inhaltliche Prinzip der Stoffbeschränkung

Im Unterricht wird der Lernstoff reduziert, so dass er für die Schülerinnen und Schüler leistbar ist. Wir unterrichten nach dem Leitsatz: Weniger Lernstoff und dafür mehr Zeit für den einzelnen Schüler, sich den Stoff sicher und nachhaltig anzueignen. Auf diese Weise bieten wir einen Unterricht ohne Stoffdruck und Zensurandrohung.

 

  • Das inhaltliche Prinzip der Lebensnähe

Der Lernstoff wird den Schülern in der Weise vermittelt, dass sie den praktischen Nutzen des Lernstoffes kennen lernen und ihn somit als sinnvoll erfahren können. Wir reden aber nicht einem reinen Nützlichkeitsdenken das Wort; vielmehr versuchen wir, den Lebenskreis der Schüler z.B. durch vielfältige künstlerische Angebote etwa im Rahmen unserer Kulturtage zu erweitern.

 

  • Das methodische Prinzip der Anschauung

Für uns ist das Anschauungsprinzip eine notwendige Bedingung des Unterrichtserfolges. Der Lernstoff wird den Schülerinnen und Schüler durch die Sinne z.B. in der unmittelbaren Wahrnehmung und über Abbilder (Bild, Karte, Modell usw.) zugänglich gemacht. Die Veranschaulichungen haben hierbei eine behaltenssteigernde Wirkung.

 

  • Das methodische Prinzip der Wiederholung

Wir ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern durch vielfältige Übungsgelegenheiten und Übungsformen, dass ein Lernstoff sich festigen kann und im späteren Alltagsleben jederzeit abrufbar ist. Es kommt uns also im Unterricht nicht darauf an, dass viel Stoff ´durchgenommen´ wird; vielmehr muss der Lernstoff den Schülern durch Wiederholung und Erfolgssicherung zum sicheren Besitz werden.

 

  • Das methodische Prinzip der Differenzierung

Aufgrund der Individualität der Schülerinnen und Schüler ist der Unterricht in der Burgschule ein differenzierter Unterricht; mittels verschiedener Differenzierungsformen ermöglichen wir es den Schülern, sich mit ihren Lernvoraussetzungen den Lernstoff anzueignen. Die Differenzierung erfolgt hierbei innerhalb der Klasse oder als Fördergruppe.

 

  • Das methodische Prinzip der Selbsttätigkeit

Wir gestalten Unterricht nach dem Grundsatz, dass die Lehrkraft von sich aus nichts tun soll, was die Schüler tun können. Dies bedeutet nicht, dass das Kind im Unterricht weitgehend sich selbst überlassen wird; vielmehr wird ermutigt, unterstützt, angeleitet und geführt, wenn selbständiges Lernen erst noch angebahnt und gelenkt werden muss.

 

Die Lehrkräfte der Burgschule ermöglichen im Unterricht den Schülerinnen und Schülern Teilnahme in den drei Aspekten von Zugehörigkeit & Geborgenheit, verantwortlicher Beanspruchung sowie Wir-Bewusstsein. Damit ist die Grundlage gelegt, dass Schüler überhaupt lernen können und lernen wollen.

Diese Motivation zum Lernen wird gestärkt und weitergeführt durch den Einsatz einer Vielzahl allgemeiner sowie inhaltlicher und methodischer Unterrichtsgrundsätze.

Sie bieten die Gewähr, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Schulpflicht erfolgreich abschließen können.